News November

1. „Beitragssatz-Jojo“ für gesetzlich Krankenversicherte?

Im Durchschnitt 1,1 Prozent sind derzeit von gesetzlich Krankenversicherten an Zusatzbeitrag zu
zahlen. Der Satz ist in den letzten Jahren stetig angestiegen. Nun aber soll es auch einmal in die
andere Richtung gehen: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe folgte kürzlich einer
Empfehlung des GKV-Schätzerkreises und verkündete eine Senkung des durchschnittlichen
Beitragssatzes um 0,1 Prozent zu Anfang 2018. Das läuft also bei einem Einkommen von 3.500 Euro
monatlich auf 3,50 Euro mehr im Portemonnaie hinaus – brutto.
Schon diese Entlastung dürfte für die wenigsten Bürger ein Grund sein, die Sektkorken knallen zu
lassen. Hinzu kommt aber: Die Krankenkassen selbst halten die Absenkung des Beitragssatzes für
voreilig. Denn angesichts fortwährend steigender Ausgaben im Gesundheitswesen seien baldige
Erhöhungen wahrscheinlich. Der Präsident des BKK-Dachverbands warnt denn auch vor einem
„Beitragssatz-Jojo“: Auf die kaum merkliche Senkung könnte in absehbarer Zeit eine spürbare
Erhöhung folgen.

2. Börsen auf Höhenflug – lohnt sich der Einstieg noch?

Ein Börsenrekord jagt den nächsten, egal ob in New York oder Frankfurt. Dass das nicht ewig so
weitergehen kann, erscheint unzweifelhaft. Crash-Propheten lassen sich allerorten vernehmen –
allerdings schon seit Jahren. Die Investoren zeigen sich davon bisher ebenso unbeeindruckt wie von
politischen Unsicherheiten (Stichwort Brexit oder Nordkorea). Das hängt vor allem damit zusammen,
dass Anlagealternativen rar geworden sind. Indem die Zentralbanken in Europa und den USA seit
Jahren Anleihen in großem Stil aufkaufen, ist viel Liquidität auf der Suche nach Renditemöglichkeiten.
Das hohe Kursniveau verunsichert viele Anleger: Sollte man jetzt noch einsteigen, auch wenn
möglicherweise bald eine deutliche Korrektur erfolgt? Steckt noch so viel Aufwärts-Potenzial in den
Kursen, dass das Crash-Risiko vertretbar erscheint?
Unter bestimmten Voraussetzungen lautet die Antwort Ja. Die oberste ist ein langer Atem. Wer in
Jahrzehnten denkt, kann Krisen aussitzen. Wichtig ist ebenfalls eine breite Streuung des Vermögens,
getreu der Börsenweisheit „Lege niemals alle Eier in einen Korb“. Zudem sollte auf die Kosten
geschaut werden: Aktiv gemanagte Fonds sollten ihre höheren Kosten durch eine entsprechende
Mehrrendite rechtfertigen.

3. Kfz-Halter müssen mit höheren Versicherungsprämien rechnen

Der größte Kfz-Rückversicherer Deutschlands, die Hannover Rück, rechnet damit, dass die
Versicherungsbeiträge im kommenden Jahr steigen. Auf eine Erhöhung von durchschnittlich 1 bis 2
Prozent müssten sich die Autofahrer einstellen. Eher gering werde der Aufschlag bei der
Haftpflichtversicherung ausfallen, Vollkasko-Policen dürften dagegen spürbar teurer werden.
Insgesamt prognostiziert die Hannover Rück, dass die Versicherten 2018 für rund 65 Millionen Kfz
27,5 Milliarden Euro an Beiträgen zahlen werden, gegenüber 26,9 Milliarden im laufenden Jahr.
Der Hauptgrund für den Prämienanstieg liegt in tendenziell wachsenden Schadenssummen. Die Zahl
der Schäden nimmt zwar kaum zu, doch pro Regulierungsfall muss immer mehr gezahlt werden – da
die benötigten Teile stetig teurer werden. Trotz der Prämienerhöhungen bleibt die Schaden-KostenQuote
(der Anteil am Beitragsaufkommen, der für Schadensfälle wieder ausgegeben wird) der
Versicherer konstant bei etwa 99 Prozent.

4. Immobilien sind die beliebteste Geldanlage der Deutschen

Vor zehn Jahren noch steckten die Deutschen ihr Geld am liebsten in Lebensversicherungen. Zwei
Drittel bekannten sich damals zu dieser Anlageform. Lang ist’s her. Heute sind es weniger als ein
Viertel, die der Lebensversicherung noch etwas abgewinnen können. So lautet ein Ergebnis des
jährlich erhobenen Vermögensbarometers des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. Angesichts
der seit Jahren äußerst mageren Garantieverzinsung ist der Ansehensverfall der klassischen
kapitalbildenden Versicherung kaum verwunderlich.
Einen unaufhaltsamen Aufstieg in der Beliebtheit hat dagegen die selbst genutzte Immobilie
verzeichnet. 54 Prozent halten sie heute für das beste Produkt zum Vermögensaufbau – 2007 waren
es nur halb so viele. Die vielerorts stark gestiegenen Immobilienpreise scheinen die Deutschen nicht
zu verschrecken, was auch an den günstigen Finanzierungsmöglichkeiten liegen dürfte. Auf Rang zwei
folgen bereits Aktien und Investmentfonds mit 28 Prozent Beliebtheit (tatsächlich hält nur rund jeder
siebte Deutsche Aktien oder Fondsanteile), danach Kapitalanlage-Immobilien mit 27 Prozent. Das
Sparbuch büßt ebenfalls kontinuierlich an Popularität ein und fällt von 30 (2007) auf 18 Prozent.

5. Immer mehr klassische Lebensversicherungen werden ausgelagert

Die klassische, das heißt Garantiezins-gebundene Lebensversicherung fristet nach Jahren der
Niedrigzins-Malaise nur noch ein Schattendasein. Mehrere Versicherer bieten bereits keine neuen
Verträge mehr an. Und manche gehen nun noch weiter: Sie trennen sich von ihren laufenden
Lebensversicherungen.
Nach Arag und Basler haben mit Generali und Ergo auch zwei Branchen-Schwergewichte bereits
einen sogenannten „Run-off“ angekündigt. Dabei wird der Vertragsbestand mit allen Rechten und
Pflichten an einen anderen Versicherer abgegeben. Die Ratingagentur Fitch geht davon aus, dass das
Ende der Fahnenstange damit noch lange nicht erreicht ist: Bis 2022 werden nach ihren Schätzungen
Lebensversicherungen mit einem Volumen von 180 Milliarden Euro ausgelagert werden.
Für die Versicherten ändert sich dadurch prinzipiell nichts, dafür sorgt das
Versicherungsaufsichtsgesetz. Vor jeder Übertragung prüft die Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht überdies, ob der übernehmende Versicherer seinen Pflichten langfristig
nachkommen kann. Kritiker befürchten allerdings, dass die Überschüsse, die den Versicherten
gutgeschrieben werden, künftig bei den ausgelagerten Policen sinken könnten.

6. Die heute Jungen erwartet eine Rentenlücke von 800 Euro

Die gesetzliche Rente schrumpft immer mehr zur Basisabsicherung, da die Zahl der Beitragszahler
schrumpft, während die der Rentenempfänger zunimmt. Was bedeutet das konkret für die
Bundesbürger, deren Renteneintritt noch in weiter Ferne liegt? Unter anderem dieser Frage gingen
Wissenschaftler der Universität Freiburg kürzlich unter der Leitung des „Altersvorsorge-Papstes“
Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen nach.
Ergebnis: Den heute 20- bis 34-Jährigen werden später einmal im Schnitt monatlich 800 Euro fehlen,
wenn sie ihren Lebensstandard halten wollen. Dabei wird eine Ersatzquote (Anteil am
Bruttoeinkommen, der für die Lebensführung benötigt wird) von 60 Prozent zugrunde gelegt.
Während die heute 50- bis 65-Jährigen noch mit durchschnittlich 64,1 Prozent aus der Rentenkasse
rechnen können, fällt der Wert bis zum Ruhestand der 20- bis 34-Jährigen auf magere 38,6 Prozent.
Die fehlenden 21,4 Prozent bis zur erforderlichen Ersatzquote entsprechen ebenjenen 800 Euro. Aus
diesen Prognosen folgt: Ohne entsprechende betriebliche und/oder private Vorsorge droht den
heute Jungen später einmal das soziale Abrutschen.

7. Trotz zuletzt hoher Schäden: Häuser besser gegen Hochwasser versicherbar

Es gab in Deutschland nur zwei Jahre, in denen Hochwasser höhere Schäden anrichtete als 2016. Fast
eine Milliarde Euro mussten die Versicherer im vergangenen Jahr für Schäden aufwenden. Daran
hatte vormals unüblicher Starkregen großen Anteil. Durch ihn können auch Gebiete abseits der
Küsten und großer Flüsse überschwemmt werden.
Entgegen dem Eindruck einer „Ausweitung der Gefahrenzone“ wurden kürzlich jedoch
Hunderttausende Häuser in niedrigere ZÜRS-Zonen eingruppiert. Dieses Zonierungssystem für
Hochwassergefahren weist jede Adresse einer von vier Gefahrenklassen zu. In Zone 1 kommt es
statistisch höchstens alle 200 Jahre zu einem Hochwasser, in Zone 4 dagegen alle 10 Jahre. Von der
Eingruppierung hängen Versicherbarkeit einer Immobilie und Prämienhöhe ab. Aufgrund neuerer
und genauerer Daten werden nun rund 200.000 Häuser mehr der niedrigsten Gefahrenklasse
zugeordnet. In der höchsten finden sich dagegen jetzt gut 9.000 weniger.
Damit lassen sich diese Immobilien leichter gegen Elementargefahren versichern. Noch immer
verzichten mehr als die Hälfte der Hausbesitzer auf diesen wichtigen Schutz, obwohl laut
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft 99 Prozent der Objekte versicherbar wären.

8. Nachhaltig anlegen – ja bitte, aber wie?

Rund 40 Prozent der Deutschen würden ihr Geld gern sozial und ökologisch nachhaltig investieren,
wie das Marktforschungsinstitut GfK unlängst ermittelte. Das ist eine beeindruckende Zahl, wenn
man dagegenstellt, dass bislang nur 4,8 Prozent auch tatsächlich solche Produkte gewählt haben. Ein
Fall von Scheinheiligkeit also? Mitnichten.
Tatsächlich sind selbst Experten nur mit großen Mühen in der Lage, den Markt der nachhaltigen
Geldanlagen zu überblicken. Es mangelt an verbindlichen Standards und Transparenz. Jeder Anbieter
kocht gewissermaßen sein eigenes Süppchen, es gibt unzählige Definitionen von „Nachhaltigkeit“. So
nannten die von GfK Befragten denn auch „unzureichende Informationen“ als Hauptgrund für die
Enthaltsamkeit, gefolgt von „unklarer Wirkung für eine nachhaltige Entwicklung“. Bleibt zu hoffen,
dass der noch relativ junge Markt seine „Kinderkrankheiten“ bald überwindet und damit auch für die
Masse der Anleger versteh- und beherrschbar wird. Bis dahin sind Privatanleger auf gute Beratung
angewiesen.

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