News Dezember

1. Rentenbeitrag sinkt 2018 – Altersarmutsrisiko nicht
Wie aus dem Ende November veröffentlichten Rentenversicherungsbericht 2017 hervorgeht,
verzeichnete die gesetzliche Rentenversicherung allein bis Oktober dieses Jahres ein sattes
Beitragsplus von 4,4 Prozent. Da die Nachhaltigkeitsrücklage damit bis Jahresende auf knapp 33
Milliarden Euro anwachsen dürfte, ist die Rentenversicherung zur Beitragssenkung verpflichtet.
Andernfalls würde die gesetzlich vorgeschriebene Obergrenze für die Reserve überschritten. Die
deutschen Arbeitnehmer dürfen sich auf eine Beitragssenkung von 0,1 Prozent auf dann 18,6 Prozent
freuen.
Diese Frucht der ausgezeichneten konjunkturellen Lage wird allerdings die Folgen der
demografischen Veränderungen kaum abmildern können. Nach aktueller Prognose wird der
Beitragssatz aufgrund der alternden Bevölkerung bis 2025 auf 20,1 und bis 2031 auf 21,9 Prozent
klettern. Parallel dazu wird das Rentenniveau abgeschmolzen. Die anstehende Beitragssenkung sollte
daher nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Altersarmutsrisiko für die heute Erwerbstätigen
immens ist. Eine private und/oder betriebliche Vorsorge kann den Absturz auf
Grundsicherungsniveau im Ruhestand verhindern.

2. Ein Hausrat-Risiko mehrfach zu versichern führt nicht zu doppelter Leistung
Klassischer Fall: Ein Paar zieht zusammen, beide bringen ihre Hausratversicherung mit und denken
nicht daran, eine zu kündigen. Entsprechende Schäden sind damit doppelt abgesichert, im
Versicherungsdeutsch heißt das Mehrfachversicherung. Das kommt häufig vor ist generell kein
Problem – sofern man offen und transparent vorgeht. Vor allem muss bei einer Schadensmeldung
auf die Mehrfachversicherung hingewiesen werden.
Wer dagegen gezielt ein Hausrat-Risiko mehrfach versichert, um im Schadensfall doppelte Leistungen
zu erhalten, kann nicht auf die Leistungspflicht der Versicherer zählen. Das hat das Oberlandesgericht
Oldenburg kürzlich entschieden. Ein Mann hatte zwei Hausratversicherungen abgeschlossen und
beim Antrag auf die zweite die erste verschwiegen, was er vor Gericht auf seine damals
mangelhaften Deutschkenntnisse zurückführte. Die Richter stellten klar, dass ein Schaden auch bei
Mehrfachversicherung nur einmal in der angemessenen Höhe geltend gemacht werden kann. Im
vorliegenden Fall ging der Mann komplett leer aus, da auch weitere Umstände auf eine betrügerische
Absicht hindeuteten.

3. Die Luft wird dünner für Lebensversicherer
Die niedrigen Zinsen werden für immer mehr Lebensversicherer zur Herausforderung. Zur
Absicherung ihrer Garantieversprechen sind sie auf nicht-spekulative, sichere Geldanlagen
angewiesen. Diese werfen aber bekanntermaßen seit Jahren kaum noch Ertrag ab, schon gar nicht so
viel, dass die üppigen Garantiezinsen früherer Jahrzehnte damit hereingeholt werden könnten. Also
muss „Tafelsilber“ verkauft und Gewinn aus anderen Quellen umgeleitet werden. Zudem hat der
Gesetzgeber die Versicherer zur Bildung einer Zinszusatzreserve verpflichtet, die zusätzlich zu den
Kunden bedient werden muss.
Als Konsequenz daraus erwirtschaften laut einer aktuellen Studie mittlerweile 30 der 84 aktiven
Lebensversicherer nicht mehr genug, um Garantiezinsen und Reserven abzudecken. Im Vorjahr
waren es noch 20 kritische Kandidaten – der beträchtliche Anstieg lässt die Brisanz des Themas
erkennen und verdeutlicht, warum immer mehr Gesellschaften mit einem Verkauf ihrer
Lebensversicherungsbestände liebäugeln (wie im Vormonat an dieser Stelle berichtet).
Insgesamt schätzt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die deutschen
Lebensversicherer jedoch als überwiegend gesund ein, wenngleich einige Anbieter Anlass zu
Besorgnis gäben. Kunden mit laufenden Verträgen können unbesorgt sein, denn ihre Auszahlungen
sind nicht nur durch die Zinszusatzreserve abgesichert. Eine Versicherer-Insolvenz ist zwar
theoretisch möglich, praktisch aber sehr unwahrscheinlich – und im Fall der Fälle würde die BaFin
zeitig durch einen Sicherungsfonds gewährleisten, dass die Kundenansprüche erfüllt werden.

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